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5  „Ein Erdloch entlässt seine Schläfer . . .“  Kriegsgefangen in der „Goldenen Meile“



Am 8. Mai 1945 befinden sich nach amerikanischen Angaben 252.592 Kriegsgefangene in den Lagern bei Remagen und Sinzig.  Es herrschen schreckliche Zustände.  Trinkwasser und Lebensmittel fehlen, nur wenige Gefangene besitzen einen Mantel oder eine Zeltplane.  Das Leben findet auf dem nackten Erdboden statt.  Um sich vor Wetter und Regen zu schützen, graben sich die Gefangenen Erdlöcher.  Wegen der katastrophalen hygienischen Verhältnisse verbreiten sich Krankheiten in Windeseile, Medikamente sind Mangelware.

Zwischen dem 28. April und dem 15. Juli 1945 werden auf einem Feld bei Bodendorf 1.090 Tote aus dem Lager beigesetzt.  Mitte Juni lösen die Amerikaner das PWTE Remagen auf, während das Lager in Sinzig von den Franzosen übernommen wird.
Ein Großteil der Gefangenen aus Remagen wird in andere Lager transportiert.
 

Nach den beiden Rheinüberquerungen amerikanischer Truppen bei Remagen am 7. März und bei Wesel am 23. März 1945 wird das gesamte Ruhrgebiet mit über 300.000 deutschen Soldaten eingekesselt.  Die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen steigt mit jedem Tag des amerikanischen Vormarsches.  Die drei westlich des Rheins errichteten Sammellager – Prisoner of War Temporary Enclosures (PWTE) – bei Rheinberg, Remagen und Bad Kreuznach für jeweils 50.000 Gefangene sind bald zu klein, die Einrichtung weiterer 14 PWTEs folgt.

 

Gemälde von Rudolf Unterschütz, Offenburg