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9  Kriege seit 1945


Aber:  Was ist eigentlich Krieg?  Menschen, die unter einem Krieg leiden, wissen, was Krieg ist.  Der Historiker braucht Begriffe.  Definitionsversuche zum Thema Krieg sind ebenso schwierig wie notwendig.  Die Darstellung der Kriege seit 1945 in unserem Museum legt die Definition des ungarischen Friedensforschers István Kende (1917-1988) zugrunde:

Krieg ist ein gewaltsamer Massenkonflikt, der alle folgenden Merkmale aufweist:
a) an den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte (Militär, paramilitärische Verbände, Polizeieinheiten) der Regierung handelt
b) auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentralgelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes gegeben sein . . .
c) die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuierlichkeit und nicht nur als gelegentliche, spontane Zusammenstöße . . .

Ausführliche Informationen zu den Kriegen seit 1945, die die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung der Universität Hamburg zusammengestellt hat, finden Sie im Internet-Terminal am Eingang des Museums. 

Der Zweite Weltkrieg ist der bis heute letzte Krieg auf deutschem Territorium.  Ein großer Teil der Menschheit aber lebt zu Beginn des dritten Jahrtausends in mörderischen und zerstörerischen Kriegszuständen.  95 % der seit 1945 geführten inner- und zwischenstaatlichen Kriege finden in Entwicklungsländern statt.  Vor allem Afrika und Südostasien sind die „Kriegsschauplätze“ unserer Welt.

Als Mahnung gegen die Friedlosigkeit, als Ort gegen das Vergessen, Verdrängen und Übersehen sind in diesem Raum alle Kriege seit Ende des Zweiten Weltkrieges unter Angabe der beteiligten Akteure und der Konfliktgegenstände aufgelistet.  Die Anordnung im Raum erfolgt nach der Himmelsrichtung der Kriegsplätze.