Das Museum
Die Geschichte
Die Ludendorffbrücke wurde Ende des 1. Weltkrieges als rein militärstrategische Eisenbahnbrücke im Rahmen des Schlieffen-Plans gebaut. Sie wurde aber zu spät für ihren eigentlichen Zweck fertiggestellt, militärischen Nachschub durch das Ahrtal an die Westfront zu transportieren.
In den weltgeschichtlichen Fokus geriet Remagen, als am 7. März 1945 eine kleine Vorhut der 9. US-Armee die Brücke völlig überraschend und ungeplant die unzerstörte Brücke erobern konnte. Zuvor war das deutsche Brückenkommando durch eine Verkettung verschiedener Pannen mit der vorgesehenen Sprengung gescheitert. Die Amerikaner nutzten die Gelegenheit und bauten den Brückenkopf in wenigen Tagen massiv aus. Am 17. März 1945 stürzte die Brücke während Reparaturarbeiten plötzlich ein und riss mindestens 30 amerikanische Soldaten in den Tod. Hitler ließ fünf deutsche Offiziere, die er für den Verlust der Brücke verantwortlich machte, durch ein fliegendes Standgericht zu Tode verurteilen. Vier von ihnen wurde hingerichtet, nur der Brückenkommandant Willi Bratge konnte dem entgehen, da er sich in amerikanischer Gefangenschaft befand.
Unabhängig von der historischen Bedeutung wurden die Ereignisse um die Eroberung der Brücke, auch als „Wunder von Remagen“ bezeichnet, schnell zu einem Mythos. Die Einnahme der Rheinquerung war zwar nicht kriegsentscheidend. Die Westalliierten konnten aber schneller und weiter nach Osten vordringen als erwartet, was für viele Menschen, Soldaten wie Zivilisten, ein früheres Ende des Krieges bedeutete.
Weltweite Popularität erhielt „The Bridge at Remagen“ durch den 1968 gedrehten gleichnamigen amerikanischen Spielfilm, der aber mit den wahren Ereignissen wenig zu tun hat. Er machte aber die Brücke international bekannt und lockte Besucher aus aller Welt nach Remagen. Das rief den damaligen Bürgermeister Kürten auf den Plan. Nachdem er nach jahrelangen Verhandlungen den Bahndamm und die linksrheinischen Turmruinen erwerben konnte, ließ er diese renovieren und eröffnete dann am 7. März 1980 in ihnen das heutige FRIEDENSMUSEUM. Sein Anliegen war es einen Ort schaffen, an dem sich ehemalige Feinde aussöhnen und zu Freunden werden konnten. Heute versteht sich das Museum als ein Ort der Befreiung von der Nazidiktatur, ist "Ort der deutschen Demokratiegeschichte" und gehört zu den europäischen Netzwerken Liberation Route Europe und FORTE CULTURA.
